#1 Mal wieder Hunsrückbahn von Christian 24.07.2012 22:18

avatar

Ich bekomme einfach nicht genug von dieser Strecke

Da ich mit den letzten Touren den unteren Bereich der Strecke schon abgedeckt habe, war diesmal der obere Bereich dran, also oberhalb des Hubertusviaduktes. Viele Punkte sind nur über Neben-der-Strecke-Laufen zugänglich und da ist der Viadukt natürlich ein unüberwindbares Hindernis. Diesmal fing ich also in Buchholz, der Bergstation der Steilstrecke, an. Ich hatte außerdem Glück, denn rhenus veniro setzte den 650 350 ein, der normalerweise nur als Reservefahrzeug in der Werkstatt steht.

Die Einfahrt in den steilsten Bereich der Strecke ist eine imposante Rampe, fast schon achterbahnähnlich!


Interessantes Detail ist das Signal rechts:

Es ist ein Bü-Signal, dass dem Tf den Bahnübergang anzeigt. Normalerweise steht es kurz hinter dem Gleiskontakt, der den BÜ schließt, wenn der Zug vorbeikommt. Dann fängt das Signal an zu blinken, der Signalbegriff dazu heißt Bü1 (Bahnübergang darf mit der Streckengeschwindigkeit befahren werden). Dieses Bü-Signal allerdings hat weder Gleiskontakt noch kann es blinken, da überhaupt keine Lampe vorhanden ist. Es zeigt also immer Bü0 (Bahnübergang darf nicht befahren werden, vorher ist anzuhalten und den BÜ manuell zu schließen). Das hat den einfachen grund, dass der Bahnübergang direkt hinter dem Haltepunkt Buchholz ist. Der Zug hält also sowieso und der Tf/Zugbegleiter steigt aus, um den BÜ per Schlüssel zu aktivieren.

Noch eine Gegenlicht-Impression:


Dann habe ich mich ans Ende der Brücke gestellt (unten ist übrigens die A61) und auf die nächsten Bergfahrt gewartet:


Auf dem linken Arm der geteilten Brücke befand sich früher (als Buchholz noch einen großen Bahnhof hatte) ein Ausziehgleis in den Wald hinein. Bis ca. 2002 lagen noch Gleise und Prellbock dort, heute existiert nur noch der Schotter.


Dem Zugbegleiter (es fahren immer zwei Tfs mit, die sich bei Hin- und Rückfahrt mit dem Fahren abwechseln) ist wohl warm:


Der nächste Fotopunkt ist der Hinterburden-Tunnel I:

Auch hier liegen überall diese blauen Säcke herum, in die wiederum Zementsäcke eingepackt sind!

Der Tunnelabstand ist hier sehr gering, dreht man sich nach links, hat man schon den Hinterburden-Tunnel II im Bild:

Hier liegen zusätzlich noch Metallteile!

Und ein Baumloch gibt es auch, mit herrlich viel Sonne:


Der zweite Viadukt ist das fotografische "Mauerblümchen" der Strecke, neben dem großen Hubertusviadukt findet er kaum Beachtung. Hier habe ich mit Tele über den Viadukt gezoomt:


Wie man sieht war die Luft heftig am Flimmern, die Hitze war wirklich enorm


Der Rauschenlochviadukt ist Teil einer langen Gerade, was untypisch für die ansonsten sehr kurvige Strecke ist:


Womit wir dann beim eigentlichen (und gegenlichtigen) Foto des Viaduktes angekommen wären:


Von der Seite ist hier leider kaum was zu machen, alles zugewachsen:


Da war dann auch die Lösung des Zementsack- und Metallteil-Rätsels, es werden neue Kabelkanäle verlegt!

Das behinderte mich etwas in meinen Plänen, wollte ich doch eine Stelle am Brückenkopf des Hubertusviaduktes umsetzen.

Spontan änderte ich den Plan und einige Klettereien später stand ich unter dem Viadukt, so spät ist die Sonne sogar schon gut für den Schuss:


Auch hier ist leider alles zugewachsen, wenn man weiter weggeht:

Nach diesem Bild donnerte plötzlich ein Kleintransporter über den Feldweg und an mir vorbei, besetzt mit einem der Arbeiter. Kurze Zeit später kamen die anderen Arbeiter im VW-Bus hinterhergebrettert. War wohl Feierabend .

Das ermöglichte mir ja doch noch meine Ursprungsidee umzusetzen und ich Verrückter kletterte den ganzen Weg wieder hoch zum Viaduktkopf...
Zuerst ein Zug aus der Gegenrichtung, man sieht schon die neu montierten Kabelkanäle:


Dann noch konnte ich vom nächsten Zug noch einige Sonnenaufnahmen machen:


Auf dem Viadukt, mal eine andere Ansicht des Topmotivs:


Wie schön würde hier eine 218 aussehen


Naja, wir können froh sein, dass die Strecke überhaupt noch betrieben wird...


Dann in der Abendsonne nochmal zum Fußgänger-BÜ:


VT, Pfeiftafel, Waldidylle, das ist Nebenbahnatmosphäre:


Den Film zur Tour gibt es im Videoforum!

Ich hoffe die Bilder gefallen und ich hoffe ich habe manchen die Strecke schmackhaft für einen Besuch gemacht . Jeder Eisenbahninteressierte sollte mal hier gewesen sein, es ist immerhin Deutschlands steilste Bahnstrecke im Normalbetrieb! Wer Infos zum Zugang der Fotopunkte braucht, kann sich gerne an mich wenden .

Mit sonnigen Grüßen, Christian.

#2 RE: Mal wieder Hunsrückbahn von SebastianS 25.07.2012 00:02

avatar

Super Bilder!
Zu den ersten beiden Bildern: die Rampe ist bestimmt gezoomt und ist tatsächlich noch viel extremer? Live dort zu sein ist natürlich nicht zu ersetzen :-). Die Lampe eines Überwachungssignals fängt in den meisten Fällen an zu blinken, wenn die techn. Sicherung angelaufen ist (Blinklichter oder Lichtzeichen) - Schranken müssen nicht geschlossen sein. In diesem Fall steht bestimmt hinter dem Bstg ein Überwachungssignalwiederholer, der - wiederum erst wenn die Schranken geschlossen sind - Signal Bü 1 zeigt. Es gibt diesen Fall auch mit Einschaltkontakt, der sich in Höhe des Bstg befindet. Und mit Fahrplaneintrag "Warten auf Bü 1".
Zu "Wie schön würde hier eine 218 aussehen": da geb ich dir 1000000%ig recht!
Zu deinem Schlusssatz: das finde ich schön, nur solltest du mal Privatnachrichten lesen.

Gruß Sebastian

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de
Datenschutz